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Authentisch: Das bin ich

Hinter AHA-FASD stehe ich. Ich lebe selbst mit FASD und zeige dir auf dieser Seite meinen echten Alltag. Du erfährst, was mich tief bewegt und warum ich dieses Projekt gestartet habe.

Wer ich bin

Ich heiße Desiree Wilken-Hoffmann, bin Mitte 40 und lebe in Wallenhorst. Ich arbeite als Peer- und Inklusionsberaterin. „Peer“ heißt: Ich berate aus eigener Erfahrung, weil ich selbst betroffen bin.

Ich lebe von Geburt an mit der Fetalen Alkoholspektrumstörung, kurz FASD. Lange Zeit war vieles in meinem Alltag für mich schwer greifbar. Die späte Diagnose im Erwachsenenalter hat mir schließlich enorm geholfen, mich selbst besser zu verstehen.

Aus diesem Grund habe ich das Projekt AHA-FASD gegründet, um meine Erfahrungen offen zu teilen. FASD ist bei mir, wie bei den meisten, eine unsichtbare Behinderung. Das führt im Alltag sehr oft zu falschen Erwartungen. Daher will ich dir hier zeigen, wie mein Leben mit FASD wirklich aussieht.

Ein Portraitfoto von Desiree. Das Bild zeigt die Gründerin von AHA-FASD.

Meine Ausbildung

Ich bringe Wissen aus der eigenen Erfahrung und aus der Praxis mit. Das habe ich gelernt:

Peer- und Inklusionsberaterin

Beratung aus der Innenperspektive.

Weiterbildung in Inklusions- und Integrationspädagogik

Fernlehrgang beim Institut für Lernsysteme (ILS) von 2021 bis 2022, 428 Unterrichtsstunden, zugelassen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht.

Qualifizierte Kindertagespflegeperson

Grundqualifizierung nach dem Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege, Bundesverband für Kindertagespflege, 2021.

Ausbildung zur FASD-Fachkraft

Sie beginnt im April 2027. Darauf freue ich mich sehr.

Meine Stärken und meine Schwierigkeiten

Mein Gehirn arbeitet anders als bei den meisten anderen Menschen, und das bringt im Alltag immer wieder echte Hürden mit sich. Gleichzeitig habe ich durch diese besondere Arbeitsweise meines Gehirns auch ganz eigene Fähigkeiten. Beide Seiten stehen völlig gleichwertig nebeneinander und gehören fest zu meiner Persönlichkeit.

Meine Stärken

  • Organisation für andere: Ich plane und strukturiere Abläufe für meine Mitmenschen sehr gut. Wenn jemand Hilfe bei einem Projekt braucht, behalte ich zuverlässig den Überblick.
  • Tiefes Einarbeiten in Themen: Wenn mich eine Sache interessiert, tauche ich komplett in dieses Thema ein. Ich sammle dann alle verfügbaren Informationen und lerne jedes Detail darüber.
  • Kreativität: Ich finde im Alltag oft völlig neue Wege und unkonventionelle Lösungen. In der Kunst kann ich zudem Ideen ausdrücken, für die mir im Gespräch die Worte fehlen.
  • Durchhaltevermögen: Ich gebe bei schwierigen Aufgaben nicht so schnell auf. Auch wenn ein Weg sehr anstrengend ist, bleibe ich ausdauernd an meinen Zielen dran.

Meine Schwierigkeiten

  • Routinen: Der normale Alltag kostet mich oft sehr viel mentale Kraft. Wiederkehrende Aufgaben wie Einkaufen oder Aufräumen fallen mir jeden Tag aufs Neue schwer.
  • Akku-Ladung: Mein mentaler Akku leert sich deutlich schneller als bei anderen Menschen. Nach einem lauten Tag im Supermarkt brauche ich deshalb absolute Ruhe zur Erholung.
  • Eigene Grenzen spüren: Ich merke oft erst viel zu spät, wenn mir alles zu viel wird. Dann ist mein innerer Akku plötzlich komplett leer, und nichts geht mehr.
  • Verarbeitungstempo: Mein Gehirn sortiert neue Reize und Informationen oft etwas langsamer. Deshalb brauche ich im Alltag meistens mehr Zeit für eine Antwort oder eine Entscheidung.

Meine Projekte

Ich arbeite sehr gerne kreativ und drücke mich auf diesem Weg aus. Besonders am Herzen liegen mir dabei meine persönlichen Kunstprojekte. Ich gestalte verschiedene Collagen mit klaren Botschaften wie „Licht“, „Mut“ und „Flügel tragen“.

Text allein reicht in vielen Situationen oft nicht aus, um alles zu sagen. Worte können extrem anstrengend sein, und Menschen verstehen sie manchmal falsch. Bilder und Kunst funktionieren viel direkter und erreichen uns auf einer emotionaleren Ebene.

Das Machen selbst bedeutet mir bei dieser Arbeit unglaublich viel. Beim Gestalten der Collagen finde ich eine tiefe innere Ruhe. Ich kann dabei meine vielen Gedanken ordnen und meine wahren Gefühle sichtbar machen.

Collage mit der Botschaft „Licht“. Die Kunstprojekte von Desiree veranschaulichen, wie Gefühle ausgedrückt werden können.
Licht
Collage mit der Botschaft „Mut“. Die Kunstprojekte von Desiree veranschaulichen, wie Gefühle ausgedrückt werden können.
Mut
Collage mit der Botschaft „Flügel tragen“. Die Kunstprojekte von Desiree veranschaulichen, wie Gefühle ausgedrückt werden können.
Flügel tragen

Meine Leinwände

Manches kann ich besser zeigen als sagen. Diese fünf Leinwände erzählen von meinem Weg. Zu jedem Bild gehört ein kurzer Text.

Collage auf Leinwand mit dem Schriftzug „das bin ich“. In der Mitte ist ein halbes Gesicht in einer Wolken- und Sternenlandschaft zu sehen. Ringsum liegen Papierschnipsel mit Blumen, einem Schmetterling und Figuren, dazu blaue, goldene und pinke Klebebänder.

Ankommen

Ankommen bedeutet nicht, dass plötzlich alles leicht oder perfekt ist.

Es bedeutet, die Teile der eigenen Geschichte anzunehmen.
Das Schöne, das Schwere, die Brüche und die Veränderungen.

Und irgendwann zu spüren: Ich muss nirgendwo anders mehr sein.
Ich darf hier sein – bei mir.

Collage auf Leinwand aus Zeitschriftenschnipseln in Rosa und Violett. Ein roter Faden schlängelt sich über das ganze Bild. Zu lesen sind unter anderem „Die Geschichte geht weiter“ und „Zwischen zwei Leben“. Dazu gibt es ein Herz, einen Blumenstrauß und Strasssteine.

Der rote Faden

Der Faden zieht sich durch all die Bruchstücke. Gedanken, Gefühle und Erfahrungen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören.

Er verbindet das, was war, mit dem, was heute ist. Auch wenn der Weg dazwischen manchmal chaotisch und schwer zu erkennen war.

Vielleicht ist der rote Faden nicht etwas, das man finden muss. Vielleicht entsteht er, wenn man zurückblickt und erkennt:
Alles gehört zu meiner Geschichte.

Collage auf Leinwand mit mehreren Schmetterlingen, Sonnenblumen und einem Regenbogen. Links ist das Bild dunkel, rechts hell und orange. Zu lesen sind die Wörter Licht, Schatten, Hoffnung, Flügel und tragen.

Der Schmetterling – Licht und Schatten

Der Schmetterling lebt zwischen Licht und Schatten. Zwischen dem, was trägt, und dem, was schwer ist.

Trotz allem sucht er immer wieder die Sonne. Auch wenn der Weg dorthin durch Regen und Dunkelheit führt.

Er erinnert daran, dass Hoffnung nicht bedeutet, keinen Schatten zu kennen, sondern trotzdem weiter nach dem Licht zu suchen.

Buntes Bild mit weißen Wirbeln und Punkten in Lila, Türkis, Gelb, Rot und Grün. Eine schwarze Linie windet sich in Schlaufen wie ein Knäuel über das Bild. Oben rechts steht ein Fragezeichen, unten links eine nachdenkliche Figur.

Meine Gedanken sind … mit Löchern.

Meine Gedanken sind nicht immer geradlinig.

Manches ist klar, anderes verschwindet, verliert sich oder taucht an einer völlig anderen Stelle wieder auf.

Zwischen all den Farben, Linien und Löchern entsteht trotzdem ein Zusammenhang. Nur eben nicht auf einem geraden Weg.

Leinwand mit einer Collage aus vielen Fotos von Desiree in unterschiedlichen Stimmungen, mit verschiedenen Frisuren und in verschiedenen Situationen. Oben steht „Jahrelang hab ich mich gefragt, wer bin ich eigentlich?“. Unten steht „Das hier bin ich. Nicht perfekt. Nicht fertig. Aber immer mehr ich.“

Ich

Jahrelang habe ich mich gefragt, wer ich eigentlich bin.

Heute sehe ich nicht mehr nur die einzelnen Bilder, Rollen und Versionen von mir.
Ich sehe die ganze Geschichte dahinter.

Nicht perfekt.
Nicht fertig.
Aber ich.

Meine Unterstützung

Mein Alltag funktioniert so gut, weil mich ein starkes Netz trägt. Das sind meine drei wichtigsten Stützen:

Menschen, die mitdenken

Ich habe wunderbare Menschen um mich herum, die immer für mich mitdenken. Sie kennen meine Arbeitsweise genau und unterstützen mich leise im Hintergrund.

Klare Struktur von außen

Feste Pläne und verlässliche Absprachen geben mir die nötige Sicherheit. Sie nehmen mir den großen Stress, alles komplett allein organisieren zu müssen.

Bewusste Pausen

Ich plane feste Zeiten im Tag ein, in denen mein Akku wieder in Ruhe laden kann. Ohne diesen gezielten Rückzug funktioniert mein Alltag auf Dauer nicht.

Was gerade entsteht

AHA-FASD ist ein großes, kontinuierlich wachsendes Projekt. Vieles befindet sich aktuell noch im Aufbau, und ich lerne jeden Tag dazu. Ich arbeite ganz bewusst Schritt für Schritt an den neuen Inhalten.

In der nächsten Zeit gründe ich die Selbsthilfegruppe für betroffene Erwachsene in Wallenhorst. Im April 2027 beginne ich die Ausbildung zur FASD-Fachkraft. Weitere Vorträge, Schulungen und Workshops kommen nach und nach dazu. Ich freue mich sehr darauf, diese neuen Ideen mit dir zu teilen.

Ein kleines Stück verständlicher

Das Leben mit FASD bleibt für mich eine lebenslange Herausforderung. Ich kenne meine persönlichen Hürden, und ich kenne meinen eigenen Weg. Mit diesem Projekt gehe ich diesen Weg nun ganz bewusst öffentlich.

Ich kann nicht die Welt verändern. Aber ich kann anfangen, sie ein kleines Stück verständlicher zu machen.

Damit wir alle gemeinsam wachsen können, brauche ich auch den Austausch mit dir. Wenn du Fragen hast oder deine Gedanken teilen möchtest, melde dich gerne direkt bei mir.

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